Mittwoch, 11. Juni 2014

Bye bye Junimond

Wieder ein neuer Junimond.
Das Herz bleibt schwer, auch wenn es manchmal mit Greta ausfliegt...
Wo ist die Stimme von Stephan? Ich bin manchmal so auf Null, dass ich nicht mehr weiß, ob ich das alles wirklich erlebt habe. Aber Stella und Clara sortieren das malwieder sehr weise für mich und sagten neulich, dass ich jedenfalls geliebt wurde und wir nicht im Streit auseinander gegangen sind. Das ist wohl wahr, auch wenn es ein schwacher Trost ist, dass man die Liebe seines Lebens vielleicht schon erlebt hat.
Stephans Mutter lebt mittlerweile auch in Leipzig in einem Pflegeheim in unserer Nähe, die Wohnung in Düsseldorf ist dank tatkräftiger Unterstützung der Kölner inzwischen aufgelöst.

Gretas Bäumchen ist so zart, schön und ganz toll grün, umringt von Wiese und viel Leben. 
Ein Krankenwagen kommt herangerauscht und plötzlich sitze ich wieder an Gretas Seite auf dem Weg nach Halle oder auf der verschneiten Rückfahrt von Jena nach Leipzig...
Ich schaue über die Margarittenwiese in Lindenau, ein paar Birken...muss an Madita (auf Birkenlund!) denken und an so viele Dinge, die diese kurz auf der Welt gewesenen Sternenkinder nicht mehr sehen oder erleben dürfen. Wozu das alles? Und keine Antworten. Soviel Schönheit, soviel Wissen, soviel Liebe...und alles futsch. Nun liegen meine Lieben neben den viel zu jungen Opfern des 1. Weltkrieges, die mit 17, 19 oder 22 in die andere Welt gegangen sind...
Ich kann das alles ganz schlecht sortieren und brauche enorm viel Energie, um normal zu funktionieren.
Meine Pferde sind immernoch und immer wieder die großartigsten Seelenstreichler ...und meine Arbeit erfüllt mich und die Kinder, die zu uns finden. Im Hier und Jetzt, im Hier und Jetzt, im Hier und Jetzt.
Danke an alle Begleiter und Begleiterinnen der letzen Monate, die mich abgelenkt, mir geholfen, mich eingeladen, mir zugehört oder Stella und Clara betüddelt haben!





Darf ich vorstellen: Das ist Little Goliath, genannt Golli - unser wunderschöner, neuer Mitarbeiter und Herzbube der Familie!
Stella wurde am 18. Mai konfirmiert, Cousine Anna zu Pfingsten in Bamberg - Sooo große Ladies...! Es waren sehr runde Familienfeiern (mal mit schönem Anlass...), wenn auch einmal im strömenden Regen und einmal bei 35 Grad im Schatten...
Ro und Ben geht es prima, auch wenn Ben noch an den Überbleibseln des Hufgeschwürs vom letzten Jahr herumlaboriert und noch cushingmäßig viel Fell am Bauch hat - und bei der momentanen Hitze dementsprechend zu tun hat...vielleicht doch mal scheren...

Liebe, sonnige Grüße in die Weiten des Internets und des Himmels!




Mittwoch, 27. November 2013

"Wenn man die Augen zuschließt...ist Schaukeln wie Fliegen!"

Schön steht sie da, Gretas Stieleiche...
Auch wenn ich vorher den Plan vom Grünflächenamt nicht richtig lesen konnte, ist es jetzt ein wunderbarer, berührender Platz geworden - mitten im Leben und doch ganz friedlich...es kommen viele Menschen, Hunde, Schlitten, Radler, Verliebte, Alte und Junge, Mamis mit Kinderwägen, Kinder mit Rollern oder Laufrädern und Jogger... vorbei und trotzdem kann sie in Ruhe wachsen und im Sommer Schatten spenden. Vielleicht ist der Tod auch nur ein traumloser Schlaf. Die Seele fliegt mit großen Schwingen über die Welt, der Körper nicht mehr wichtig--
Die Sonne stand heute so, dass ich nicht die "wilde Wiese" fotografieren konnte...Es ist jedenfalls ein sehr schöner Ort  - auch im beginnenden Winter...


Endlich kann ich weinen und ich weine bei jeder Gelegenheit...
Das ist befreiend und schmerzhaft, Wandlung und Trauer und Heilung und wieder Abschied, Abschied, Abschied und Wandlung...
Aber: Gestern hatte ich eine ganz tolle Shiatsu-Behandlung und durfte anschließend wieder eine Göttinnen-Karte ziehen. Die hat mich so (positiv) umgehauen, dass ich sie mit euch teilen möchte. Wahnsinn, Wahnsinn, Wahnsinn. Wie Doris sagen würde, manchmal haben sie doch was für sich die "esoterischen Futzis";-)!!
Also, ich habe gezogen:
ARTEMIS  (Hüterin) - Du und die Deinen sind sicher und spirituell wohl behütet.
Botschaft der Artemis:
"Genau wie ich hast auch du die heilige Aufgabe, Licht und Liebe zu verbreiten. Aus einer angespannten oder besorgten Haltung heraus ist das jedoch nicht möglich. Viel eher setzt die sanfte Essenz eines freudvollen Herzens und beschwingten Lachens deine Kraft in Bewegung. Warum sollte es in dir irgendwelche Anspannungen geben - es sei denn, du glaubst, dass du nicht sicher aufgehoben bist. Doch wie könntest du gefährdet sein, wenn du die spirituellen Krieger um Schutz gebeten hast?
Deine Gebete haben den makellosen Schutz des Himmels über dir aktiviert. Sorge dich also nicht mehr und konzentriere dich lieber auf deine heilige Aufgabe."
Bedeutungsspektrum:
Die Engel wachen über dich und die Deinen - Deine Zukunft ist sicher und behütet - Alle deine Bedürfnisse werden erfüllt, und zwar immer - Das Schlimmste liegt hinter dir.

In diesem Sinne...
Gibt es zum Abschied jetzt noch ein Foto von den beiden Prinzen heute beim Dösen in der novemberlichen Mittagssonne...man beachte die sehr entspannte Unterlippe bei Herrn Rooney...;-)

und vom fast vollständig genesenen Kater Benni mit Janni auf meinen Klamottenhügeln (das Foto ist schonwieder etwas älter)...

Vielleicht trifft man sich mal am Baum...?!? Licht und Liebe von Stephan, Greta, Stella, Clara und Steffi!

Donnerstag, 7. November 2013

Adieu für einige Zeit

Eine Reise in neuer Konstellation, alte Bilder in veränderter Perspektive, Spaziergänge durch ein sonnig-freundliches, nur manchmal herbstlich-nebliges Wien...und wieder soviel Gastfreundschaft und überhaupt Freundschaft. Schön, schön, schön. Danke Andrea, danke Heidi, danke Kuno...(Und danke an die grandiosen Katze-/Katersitterinnen daheim, Stef und Chrisi!) Auch dank an die bunte Patchwork-Reisegruppe, die sich nur manchmal genervt oder übermüdet in der Wolle hatte, insgesamt aber gut harmoniert hat...
 Wien von oben...Südturm Stephansdom hochgekraxelt...
 Guck mal! Ein Sonnengruß an die alten Schinken in der Nationalbibliothek
 Die lustigen Saugbarben im Wüstenhaus in Schönbrunn hätten auch Greta gefallen...
 Das Zuhause der weißen Hengste, sieht doch aus wie Spanien...?!?
 Die ganze Bande mit Kuno vor der "Secession"...eine nette Dame hat fotografiert;-)

Ich konnte in der Woche gut auftanken, bin nun aber schonwieder angekratzt - die Kälte und der Wind machen mir zu schaffen. Ich habe knarzende Knochen und einen wehen Hals. Am Reformationstag hat Ben aus wirklich heiterem Himmel einen Salto gemacht vor Übermut und ich ebenfalls - erinnert ihr euch noch an den Handstand von Rooney vor ein paar Jahren?? So ungefähr muss das ausgesehen haben...! Zum Glück ist die Kamera heil geblieben und nur mein rechtes Knie etwas angeschwollen. So ein überflüssiges Rumgehumple...
Und nun der graue November. Aber ich will nicht klagen. Ist ja jedes Jahr in diesen Breitengraden dasselbe.

Ich werde eine Weile nicht hier schreiben. Ich möchte eine Zeitlang mehr für mich und einfach da sein...und auch üben, das ständige Denken zu lassen. Reflektieren ist gut, zu sich kommen, erzählen, was grad los ist, in gewisser Weise "Tagebuch führen" oder "Briefe" an euch alle schreiben, die ihr mir irgendwie nah seid - durch eure eigenen Geschichten und eure eigenen Themen. Ich danke euch sehr für diese Nähe und bin immer wieder gerührt über die viele Anteilnahme und oft ganz konkrete Unterstützung. Gerne auch wie immer telefonieren etcpp...
Aber Rückzug steht an, und das meine ich nicht negativ.
Es kommt die Zeit der Papiersterne, Aluengel, Kekse und Kuscheldecken...des Geschenkpapierraschelns, der Adventspost, der Kerzen und der Einkehr. Freude über Tannenduft und Thomanerchor vielleicht, aber vielleicht auch das schrägste, kaputteste Weihnachten aller Zeiten - wenn es das bei uns nicht schon in den letzten Jahren sowieso gegeben hat...
Stella und Clara wünschen sich beide einen "Kindle"...also werden es vielleicht auch gemütliche Lesefeiertage. Jesus wie alle Jahre in der Krippe, das Kindlein in Windeln gewickelt... - was für Urbilder.

Wenn Gretas Baum gepflanzt ist (und ich ihn gefunden habe!)...kommt hier ein Foto rein. Wenn die Geschichte um Jessy und ihren Seesterne sortierenden Schwesterengel mehr Formen annimmt, werdet ihr das mitbekommen. Wenn meine Fortbildung zur Reittherapeutin abgeschlossen ist, auch. Wenn es Neuigkeiten an der Liebesfront gibt, sowieso. Also: Frohe Weihnachten, Prosit Neujahr und alles Gute für 2014...2015...Lasst jedenfalls die Korken knallen und feiert die Vielfalt des Lebens...

Wer weiß, was noch kommt??


Freitag, 18. Oktober 2013

Feiern Engel Geburtstag?

Happy Birthday, kleiner Engel...
Wir denken heute ganz besonders an dich und werden dich immer lieben, so wie du warst mit 5 oder 7 oder fast 8 Jahren. Heute wärst du 9 geworden, und ich möchte nachher noch mit Jakob, Leah, Justus, Clara und Stella die Himmelslaternen für dich fliegen lassen - die Heidi uns mal geschenkt hat.
Ich hoffe, es regnet nicht (ich wollte den dicken Mantel nämlich eigentlich zu Hause lassen) und dass sie von oben schön aussehen!
Außerdem kam heute das Zertifikat für die Eiche an, was ich sehr rührend fand vom Amt für Stadtgrün und Gewässer... und als ein würdiges Geburtstagsgeschenk empfinde...
Ein Pony wäre dir lieber gewesen? Ok, sehe ich ein...aber darum musst du dich da oben jetzt selber kümmern...das sollte eigentlich einfacher sein als hier unten?!?
Du bist immer bei uns und du fehlst an jedem Tag. Schicke uns ein bisschen Sternenpower, besonders deinem Benni, der immernoch an seinen Verletzungen herumlaboriert - inzwischen aber vertierarztet.


 

Montag, 14. Oktober 2013

Tausche ollen, nassen Fellmantel gegen...

Ich habe heute Gretas Baum bezahlt. Nochmal vielen, vielen Dank allen lieben großzügigen Spendern!! Die Pflanzperiode ist von Nov-März, d.h. ich erfahre zwar, wenn das Bäumchen gesetzt ist, weiß aber nicht genau vorher, wann das passiert.
In dieser Woche wäre Greta 9 Jahre alt geworden.
Stephans beknackte, ambulante Reha war in diesen Wochen vor einem Jahr.
Am Sonntag war Konfirmanden-Gottesdienst und ich auch malwieder dort, was ja nicht so sehr häufig vorkommt. Ich war aber malwieder beeindruckt von dem, was der Raum, die Stimmen, das Singen und die Texte bei mir auslösen. Es gibt manchmal so kleine Satzschnipsel ("dein Wille geschehe...", "Gott, der du alles Leben schufst und uns durch Christus zu dir rufst, wir danken dir für dieses Kind und alles Glück, das nun beginnt...", "...gleich dem Sternlein in der Bahn; keins fällt je aus Gottes Plan...", "Amen...") und dann kullern plötzlich die Tränen, ohne besonderen Anlass, einfach nur, weil es grad so passiert.
Ich frage mich immer wieder, wer ich mal war und wer ich jetzt bin. Ich bin durch unsere Geschichte wie aus Raum und Zeit gefallen, alle Konventionen und "normalen" Ziele sind mir egal geworden (obwohl ich mich äußerlich an sie halte und sie mir ja auch Halt geben...) Ich fühle mich wie rausgefallen aus der Welt der "normalen" Menschen.
 Ich verfluche das Doppel-Grab. Ich möchte tanzen und lieben und lachen, möchte drei wunderschöne, gesunde Mädchen aufwachsen sehen. Ich möchte eine sinnvolle, erfüllende, bezahlte Arbeit tun können. Ich möchte einen liebenden Partner haben, ich möchte in meine eigene Haut zurück...ich bin ihr irgendwie entstiegen und sitze irgendwo weit weg und schaue ständig auf diese blöde Hülle, die mir so leer und hohl und einsam erscheint. Und so schwer!! Wie ein oller, eingeregneter Fellmantel, auf den das Gewicht der Welt geprasselt ist...
Dabei habe ich ja nichtmal ein Minifutzel dieser Welt gesehen und ein Minifutzel der Dinge erlebt, die ein Mensch in einem Leben erleben, lernen oder geben kann. Oder vielleicht zuviel davon, zuviel zu früh? Die ganze Last, dass ich Greta nicht vor dem beschützen konnte, was ihr geschehen ist und ich nicht verhindern konnte, dass Stephan so schwer krank geworden ist. (Nicht zuviel darüber nachdenken, ob ich Stella und Clara "genüge"...aus Angst, dann zu merken, dass hier meine Kraft fehlt. Mantel an, Mantel aus...)
Oje.
Dabei ist eigentlich alles grad ganz schön und gar nicht so traurig.
Das schöne Herbstlicht beim Radfahren und Ausreiten...


Ein fröhlich buckelnder Ben beim Galopp im Wald...
ein schmusiger Kater zu Hause, der zwar immernoch lädiert aussieht, aber sich nun endlich hier eingelebt zu haben scheint...

Reitkinder, die begeistert das fluffige, langsam dicker werdende Winterfell der Ponies streicheln...
Meine Eltern, die zu Besuch waren und nochmal ein paar Gemütlichkeitsplusse für die neue Wohnung geschaffen haben... ein berührendes Blues-Konzert von einem Freund im Tauchaer Cafe Esprit...
eine warme Badewanne nach dem Stalldienst...ein gutes, gemeinsames Essen...
Nicht zuletzt... "mein Silberstreif-Mensch", der diese Rolle natürlich gar nicht annehmen muss, sie aber irgendwie einfach grade hat. Er ist großartig und wunderbar und sehr besonders und ich hoffe, meine Seele rührt in ihrem ollen Fellmantel zumindest manchmal an die seine...
Vielleicht kriegen wir den Mantel gemeinsam ausgebürstet und glatt gestriegelt, warm und trocken und ein bisschen glänzend. Bunt muss er ja nicht gleich sein, aber ein bisschen weniger schwer wäre schon schön.
Knutscher für Clara Weihnachten 2011, glaub ich...hier mal stellvertretend für alle Helferherzchen um mich herum...!

Liebe Freunde, bleibt bei uns; nichts wird "normaler" mit der Zeit... aber es wird vielleicht regenbogiger...
Liebe Grüße an euch alle (nein, wir backen noch keine Weihnachtsplätzchen...das tolle Foto ist von Barbara - 2009??)
Das ist von 2007...!!! Stella und Clara und Ziska beim Backen - Greta war auf der Kik4...


 
 



Samstag, 14. September 2013

Ein Jahr

Nun ist Greta schon ein unglaubliches Jahr lang tot - für immer weg, im Himmel, gestorben, von uns gegangen - ...sie war (weder sich, noch uns) "zuviel"...
Von Stephan weiß ich nicht, ob er sich am Ende "zuviel" fühlte - er hätte auf jeden Fall rein körperlich nicht die Kraft gehabt, sich eine Pistole an den Kopf zu halten und abzudrücken...zum Glück hat er Ähnliches auch nie von mir gefordert oder gewünscht.
Es ist mir immer unerträglicher, Schmerzen eines Lebewesens mit anzusehen oder aufgrund mangelnder Alternativen mit zu ertragen - trotzdem ist der Weg zur "Erlösung" (oder ?Lebensqualität?) immer wieder ein anderer.
Pony "Ben" hatte heute eindeutig wieder mehr Schmerzen und konnte kaum laufen. Entweder war er nun schonwieder zuviel mit den anderen "normal im (kaum vorhandenen) Gras" oder er ist zuviel rumgedüst - oder das Loch in dem einen Huf hat ein Geschwür ermöglicht, verursacht...das jetzt drückt. Der nette Huforthopäde, der heute Abend noch als Ersatz für unseren sonstigen da war, hat immerhin versucht zu helfen. Vielleicht morgen nochmal Tierärztin und natürlich die Hoffnung, dass er mit etwas Geduld wieder schmerzfrei und gesund wird (mit Cushing-Medikamenten, die dann doch für ein Jahr reichen, also "bezahlbar" sind...)
Ben und Greta, Ende April 2012
Ausgerechnet am 12.09. ist nun auch noch "Wigle", der stolze, schöne Friesenwallach meiner Freundin, mit gerade mal 6 Jahren an einer fiesen Kolik eingegangen - sie haben noch versucht, ihn zu operieren, aber der Dünndarm war betroffen und 10 Meter schon nekrotisch - nicht zu schaffen.
Nun hat Greta neben "Easy" noch ein wunderschönes, schwarzes Sternenpferd da oben in ihrer Regenbogenherde...hoffen wir mal, dass es so einen Ort wirklich gibt.

Wigle...R.I.P.!
Ein (über Facebook geteilter) Film über den 17-jährigen Zach Sobiech, der im Mai diesen Jahres seinem Osteosarkom erlegen ist, hat mich gestern dann komplett aufgelöst...so viele lachende und weinende Gesichter gleichzeitig - es hat mich zerfetzt, obwohl ich den Jungen kein Stück kannte und auch noch alles auf Englisch war und ich nur die Hälfte verstanden habe...--er mich (natürlich) an Greta erinnert, an ihre Power und gute Energie und ihre Fröhlichkeit, ihr Singen und ihr Schutzverhalten uns gegenüber. Aber auch, weil die Bilder von Schläuchen und Krücken, von Infusionen und Mundschützen alles wieder hautnah heranrücken, auch die Sorgen über die vielen schlechten Tage und Schmerzen...und weil sie nie übers Heiraten nachdenken konnte, nie einen Freund hatte und es keinen solchen Film über sie gibt...keine Ahnung, das "Festhaltenwollen" ist schon ein großer Kraftakt...--und das Leben im Angesicht des Todes und des Schmerzes macht vielleicht grundsätzlich rührseliger oder bereit, die Schönheit oder das Lächeln in allem zu sehen...make someone smile...;-)
Das Hier und Jetzt hat uns also sehr in den Fängen. Das hat Vor- und Nachteile. Einmal verrast die Zeit so, dass ich nicht alles schaffe, was ich möchte. Andererseits TUE ich eben auch etwas in diesem Hier und Jetzt. Ich versuche, den Alltag mit seinen Unbilden und lästigen, wiederkehrenden Pflichten, ebenso wie die netten Ablenkungen, Unternehmungen, Telefonate, abendlichen Treffen, Besucher etc. zu genießen. Das Gute ist, dass alles langsam ein bisschen den Zeitdruck verliert. ICH habe ja keine tödliche Diagnose bekommen (abgesehen davon, dass es uns alle irgendwann irgendwie erwischen wird). Ich lebe zwar so, als wenn...aber eigentlich ist es wieder möglich, sich Zeit zu geben und zu nehmen, zu planen oder sich auf etwas zu freuen (das dann vielleicht wirklich stattfindet!!!!).
Ich freue mich also auf die geplante Herbstferienwoche mit Justus und Kids wahrscheinlich nochmal in Wien und Umgebung...(Und Hey: wenn mir irgendjemand nochmal irgendwie helfen will, soll er mich KÜSSEN...!!)
Ich freue mich darauf, dass Ben wieder gesund werden wird...
Ich freue mich, dass Stella nächste Woche nach Belgien zum Französisch-inhalieren reisen kann... 
Ich freue mich auf`s Kino mit Karen und Lea, wenn "Bibi und Tina" rauskommt...;-)
(Gestern ist mir übrigens Corinna Harfouch in Schleussig über den Weg gelaufen...lustiger Moment!)
 









 
Eindrücke von den Tagen in Vitzenburg...es hat Spaß gemacht! Dank an Bettina für das tolle Kostüm;-)!
Sind natürlich alles privateste Geheimbilder.

Mittwoch, 28. August 2013

Wieder ein Engel mehr

O Mann, jetzt ist Wolfgang Herrndorf auch da oben in meinem Romanhimmel. Deprimierend. Irgendwie denkt man ja doch, dass es bei dem einen oder anderen vielleicht gut ausgehen könnte. Aber das Glioblastom scheint tatsächlich einfach nur grausam tödlich zu sein. 48 Jahre. Ist das nun viel oder wenig? Oder genug??
Gegen die fast acht Jahre von Greta ist es viel, ansonsten ja eher nicht so. Frau Picardie hatte 33 Jahre hier unten. Dagegen bin ich nun schon uuuuralt...und frage mich zunehmend, was nun eigentlich hier noch kommen soll. Das ist natürlich eine saublöde Frage.
Es ist noch nicht zuende und damit basta.
Ich bleibe hier, bis der Vorhang fällt... oder wie singt Grönemeyer das so schön?

Clara hat sich in den Schlaf geweint, ansonsten ist alles schicki.
Wir holen morgen das Cushing-Syndrom-Medikament für Ben ab...(300 Euro pro Packung...auf Dauer wird das auf die Alternativbehandlung mit "Mönchspfeffer" hinauslaufen...!) - denn: das Blutbild hat einen erhöhten ACTH- und Cortisolwert festgestellt, was auf ein (beginnendes) Cushing-Syndrom hinweist. Nun gut, wenigstens behandelbar.
Ich hätte heute fast noch ein supernettes 2-jähriges Tinkerhafimix-Pony mit dem wundervollen Namen "Sandmann" gekauft...(Nein, tue ich natürlich nicht...)
- Wenn ich nicht bald wieder "in festen Händen" bin, werde ich definitiv Pferdesammlerin und steige aus meinen Reithosen nicht mehr raus.
Genug pferdeinfizierte Kinder, die nicht nur vor Spielkonsolen hocken wollen oder sollen, gibt es zum Glück auch, also was soll`s: Ponyhof, ich komme!
Für den Intellekt ist das alles natürlich gar nichts, wie Stephan knurrend von oben feststellt (internalisiert, nennt man das. Ich habe seine Meinung in 15 Ehejahren hervorragend INTERNALISIERT;-)) Das bremst meinen inneren Wahnsinn wahrscheinlich ganz gut.
Mal sehen.
Ach ja. Der Detlev Buck und Bibi + Tina. Hm. Also, auf jeden Fall eine Erfahrung der skurrileren Art. Rassentrennug in Reinkultur in Form von getrenntem Catering für STAFF und Komparsen, "Ansprache" aber nur durch sehr nette Assistenten oder die supernetten Kostüm- und Maskenfrauen...und ein paar gaaanz supernette Leute kennen gelernt und Kenzie Dysli live und in Farbe. Wobei selbst die Stuntleute etwas frustriert wirkten ob ihrer Bedeutungslosigkeit. Wäre mir auch so gegangen, so eine Verschwendung von Können...! Die durften aber jedenfalls das Staff-Essen mitessen.
Es machte Spaß, mit Clara im Hotel in Querfurt zu nächtigen (19.30 Uhr war Schicht im Schacht. Wir waren einfach komplett erledigt...!!) und in den "Ascotklamotten" durch den extra angefahrenen Sand in der schnuckeligen (übrigens zum Verkauf stehenden) Vitzenburg zu stapfen, wobei ich mir fiese Blasen geholt habe (hätte ja auch Ballerinas anziehen können, selbst Schuld!)...und einige Szenen waren richtig witzig. Und ich hätte große Lust gehabt, die ganze Zeit Fotos zu machen. Das war eine Entdeckung - also, wenn Jemand mal Jemanden sucht, der bei einem Filmdreh offiziell fotografiert...- denkt an mich...!
Insgesamt also schon ein großes Abenteuer und toll, dabei gewesen zu sein, aber letztlich ein bisschen zuviel Tatenlosigkeit und Rumsteherei und blödes Gelaber von irgendwelchen Model-Komparsen (Weiß zufällig jemand, wie der Kameramann von Buck heißt? Wie kriegt man denn solche Personalien raus? Das jetzt nicht, weil er blöd gelabert hätte, sonst eher, weil ich den nett anzugucken fand).
(Das ist jetzt nur Spaß, muss man hier ja manchmal dazu sagen).
Die Schule hat begonnen, mein Mailprogramm spinnt schonwieder, und ich kann den Anhang von der Frau vom Grünflächenamt nicht öffnen. Ich rufe da morgen an und lasse mir erklären, wo Gretis Eiche hinkommen könnte.
Am 12. September fährt Clara auf Klassenfahrt. Aber sie hat schon gefragt, ob wir an Gretas Geburtstag wieder einen Ausritt zum Schloss machen und Kerzenboote fahren lassen. Aber sicherlich. Vielleicht ja auch dann das Bäumchen pflanzen.

Was für ein ewiges, unwirkliches, schnödes, trauriges, verrücktes, wirres, fragendes, einsames Jahr... mit wilden, dickköpfigen, sturen, zärtlichen, wütend-mutigen, tatkräftigen, ehrlichen... Greta-Momenten.

Klarheit behalten. Dem Bauchgefühl trauen. Da bleiben.